Kelly Hogan „I Like To Keep Myself In Pain“

Kelly Hogan ist eine hervorragende Sängerin. Das weiß jeder, der sie im Background auf unzähligen Alben gehört hat. Sie ist Mitglied der Band von Neko Case, sang deshalb auch zuletzt auf dem aktuellen Album von Jakob Dylan und hat Giant Sand, The Mekons, The Minus Five oder Mavis Staples begleitet. Immer im Hintergrund und dennoch klar vernehmbar mit ihrer eindringlichen Stimme. Und so war es wirklich an der Zeit, dass sie nach über zehn Jahren endlich einmal wieder ein eigenes Album auf die Beine gestellt hat. Klar, dass es dem weitläufigen Genre des Alternative Country zuzuordnen ist, wobei dieses wie bei Neko Case kaum Grenzen kennt. Und das ist gut so, denn es klingt hervorragend.

Grundlage des Albums war eine Art Rundschreiben an befreundete Musiker, ob diese ihr nicht Songs zur Verfügung stellen könnten. Und sie konnten. So interpretiert Hogan auf „I Like To Keep Myself In Pain“ nicht nur den Titelsong von Robyn Hitchcock, sondern auch Songs von Jon Langford, Vic Chesnut oder M Ward. Der vielleicht beste Song des Albums ist hingegen der einzige aus ihrer Feder: „Golden“. Ein Stück über Neko Case, die einst Hogan von unterwegs niedergeschlagen von einem öffentlichen Telefon anrief und ihr Leid klagte. Auch wenn das Lied, was nicht nur die Tatsache des öffentlichen Telefons zeigt, vor dem Durchbruch von Case geschrieben wurde, ist es heute weiterhin ein wunderschöner Song: »I wanna hear your voice/ coming out of my radio/ I wanna see your face on the Billboard sign«.

Interessant ist schließlich auch die Band, der mit Booker T. Jones und James Gadson zwei alte Haudegen des Rhythm & Blues angehören. Ihnen gelingt es, aus den Songs unterschiedlicher Herkunft ein organisches Ganzes zu machen, das durch Hogans wundervolle Stimme zusammen gehalten wird. Ein tolles Album, nachdem sich Hogan bitte nicht wieder elf Jahre Zeit bis zum nächsten lassen soll!