Hubert von Goisern, 10.10.2012, SAL, Schaan (FL)

Hubert von Goisern im SAL (Foto: TheNoise)

Hubert von Goisern steht zwar nicht so oft auf dem Siegerpodest wie der Spitzensurfer Kelly Slater, aber auf der Alpenrock-Welle hält sich der österreichische Musiker wie kein Zweiter. Jetzt befindet er sich wieder einmal auf dem perfekten Ritt: Mit „Brenna tuat’s guat“ hat er einen Nummer-eins-Hit – und toppt damit seinen bislang größten Erfolg, den er vor fast zwanzig Jahren mit seiner Debütsingle „Koa Hiatamadl“ erreichte.

Seinen Auftritt kann er gelassen angehen. Es war sicher nicht das erste so gut wie ausverkaufte Konzert dieser Tour, das Hubert von Goisern routiniert und spielfreudig abspult. Das Alpenrock-Konzept, das er für sich erfolgreich adaptiert hat, funktioniert noch immer klaglos. Das Akkordeon sorgt für eine wohldosierte Prise Exotik im Rockquartett, und die schmissigen Melodien werden von der rockigen Gitarre wiederholt. Innovativ ist das längst nicht mehr, aber Erneuerung ist ja in den seltensten Fällen der Auslöser für Erfolg. Hubert von Goisern weiß, was sein Publikum will und bietet zwei gute Stunden lang ausgezeichnete Rock-Unterhaltung. Er wechselt die Instrumente – von der Maultrommel zu Akkordeon, Lap Steel, Gitarre, Klarinette und Keyboard – und damit die Klangfarben und Stimmungen seiner Lieder.

Hubert von Goisern ist nicht gekommen, um seine Zuhörer zu überraschen. Er appelliert durchweg an das Vertraute – sowohl bei den Referenzen an die Volksmusik als auch bei den rockigen Einlagen. Und selbst bei der längst im Mainstream angekommenen Vermischung beider Genres bleibt er auf der sicheren Seite. So bleibt Hubert von Goisern auf den ausgetretenen Pfaden und gibt gerade damit seinem Publikum, was es erwartet – und überaus dankbar entgegennimmt.

Seine junge Band spielt gediegen, Gitarrist Severin Trogbacher darf sich mit seinen Soli regelmäßig ins Rampenlicht spielen. Nach dem lyrischen Einstieg glänzt das Quartett mit druckvoll gespieltem Rock und Bluesrock, mal funkig, dann wieder mit wuchtigen Slides. Dass ihm der besinnlich-lyrische Teil zu lang gerät, wird ihm verziehen. Dass er für einen Moment wie Ostbahn-Kurti bei einem Springsteen-Cover wirkt, deutet schon die Steherqualitäten des oberösterreichischen Weltenbummlers an: Nach zwei Stunden – einige Zugaben hat er da bereits absolviert – steht er alleine mit seiner Gitarre auf der Bühne. Sein Publikum ist immer noch gebannt.

→ Hubert von Goiserns Tourplan
Bisherige Rezensionen zu Hubert von Goisern

(Foto: TheNoise)