Erika Stucky, 12.10.2013, Spielboden, Dornbirn (A)

Erika Stucky, Foto © TheNoiseWenn man hört, dass Erika Stucky nun die schwarze Witwe gibt, klingt das keineswegs furchteinflößend. Man erwartet eher den Schauer eines Didi Hallervorden (des Komikers, nicht des aktuellen Seriösen), der den Henker gibt – und liegt nicht ganz falsch. Erzählt werden wieder die alten Geschichten, vom Kulturschock etwa, den der Wechsel aus dem Flower-Power-San-Franzisco ins Wallis verursachte. Neu hingegen sind die Stücke und die vergleichsweise konventionell besetzte Band. Nicht mehr Tuba und Posaune geben den Ton an, sondern Gitarre, Bass und Schlagzeug (und zwischendurch auch Trompete, Akkordeon und Singende Säge).

Stucky, die mit kurzen, ansatzweise kabarettistischen Moderationen ihr Publikum immer wieder vergnügt, präsentiert wieder eine Mischung aus eigenen Songs und Coverversionen, etwa einem furios dargebotenen „Helter Skelter“. Sie lässt die Grenzen zwischen Pop und Jazz verfließen und bringt dabei immer wieder überaus eingängige Passagen, jedoch ohne dabei platt zu werden, und lässt auch eher experimentelle Elemente zu, die ohne Anstrengung integriert werden. Dabei helfen ihre Mitstreiter, die sich bereits in unterschiedlichen Konstellationen als Meister des gepflegten Lärms gezeigt haben, nach Kräften mit. Das ist nicht radikal neu und nicht mehr unkonventionell. Aber es reicht für einen kurzweiligen Abend.

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*(Foto: TheNoise)*