Neko Case „The Worse Things Get, The Harder I Fight, The Harder I Fight, The More I Love You“

Düster, verspielt und mysteriös

Es ist und bleibt die Stimme. Neko Case singt wie keine andere und das beweist sie auch auf ihrem neuen Album, dessen Titel hingegen den Eindruck erweckt, er umschreibt ihren Werdegang. Denn seit ihrem Debüt 1997 („The Virginian“) hat sich Case mit einem neuen Werk noch nie so viel Zeit gelassen. Es war wohl ein harter Kampf um die eigenen Lieder, den man „The Worse Things Get, The Harder I Fight, The Harder I Fight, The More I Love You“ aber nicht anhört. Schon gar nicht dem einzigen A-Capella-Stück „Nearly Midnight, Honolulu“. Dieses Stück zeigt die Stärke der Stimme von Neko Case. Man kann ihre Musik, diesen düsteren, verspielten, leicht mysteriösen Alternative-Country auf die Stimme reduzieren und würde sie dennoch immer wieder erkennen. Case klingt dabei frisch und gleichzeitig gereift, wie es sich für eine 42-Jährige gehört.

Das neue Album von Neko Case gesellt sich ohne Probleme zu den anderen vorzüglichen Werken, die sie in ihrer mittlerweile mehr als 15-jährigen Karriere allein oder mit den ‚New Pornographers‘ abgeliefert hat. Dafür sorgt auch die Zahl, die Namen und vor allem die Qualität der Weggefährten, die sie auch jetzt wieder begleiten. Howe Gelb, Calexico oder M Ward, dessen Gitarrenspiel beim fulminanten Rock-Stück „Man“ hervorsticht. Auch Carl Newman, mit dem sie bei den Pornographers zusammenarbeitet, kam wieder einmal vorbei, um mit Case zu spielen und zu singen – spielen zu dürfen, sollte ich sagen, denn es kann eigentlich nur eine Lust sein, solche Musik einzuspielen und solch eine Sängerin zu begleiten.

Auch live ist Neko Case zu empfehlen: 29.11. Hamburg, 1.12. Berlin, 2.12. München und 3.12. Wien.

Albumtrailer zu „The Worse Things Get…“ bei youtube.com

Bisherige Rezensionen zu Neko Case auf schallplattenmann.de

Wikipedia-Artikel zu Neko Case

(Bild: nekocase.com)