Fink (UK) „Hard Believer“

Fink „Hard Believer“*Reizvoll, aber auch beliebig*

Fink, das Trio aus England um Sänger, Songwriter und Hauptakteur Finian Greenall, setzen mit „Hard Believer“, ihrem fünften Studioalbum, den eingeschlagenen Weg fort. Dieser besteht im Wesentlichen aus einem stellenweise recht reizvollen, wenn auch mittlerweile den Fink-Hörern hinlänglich bekannten Mix aus Countryblues mit Akustikgitarre und Greenalls rauer, dunkler Stimme, sowie Elementen aus Dancehall, Electronica, den verschleppten Rythmen des Triphop und Folkelementen, die versiert mit Hilfe moderner Studiotechnik verschmolzen werden. Das funktioniert dann gut, wenn das Gerüst, also das Songwriting, Substanz hat. Und es wird dann schnell beliebig, wenn die Songidee eher dürftig bleibt. Der Titelsong „Hard Believer“ eröffnet das Album ganz verheißungsvoll, aber schon „White Flag“ mit den bekannten, verhallten Dub-Effekten aus Dancehall und den schleppenden Drums des guten, alten Trip-Hop der Neunziger, schwächelt ein wenig. Das hat man alles schon einmal gehört – selbst von „Fink“ stellenweise erheblich besser. „Pilgrim“ dagegen baut wieder gehörig Dramatik und Spannung auf. „Two Days Later“ oder „Too Late“ könnten hingegen in beinahe jedem beliebigen Formatradio geschmeidig durchgehen. Hier wird es mit dem stark zuckeraustauschhaltigen Radiopop – sehr süß, macht aber nicht dick und satt – etwas übertrieben. Immerhin ist Greenalls Stimme auch in diesen Liedchen noch ein Anker. „Shakespeare“ wiederum liebäugelt mit seinem gefälligem Text über den englischen Dichterfürsten und den Streicherarrangements aus dem Synthesizer eher mit Adult Orientated Pop, gefällt aber dennoch. „Looking Too Closely“ und die abschließende Liveaufnahme „Keep Falling“ sind solide Kost – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Fazit: „Hard Believer“ ist ein Album, das man nicht unbedingt braucht von einer Band, die nicht so recht zu wissen scheint, wohin die weitere Reise gehen soll.