Iveta Apkalna „Light & Dark“

Orgelmusik – Die ersten Solo-Orgelaufnahmen aus der Hamburger Elbphiharmonie.

Mit der Marke „Elbphilharmonie“ lässt sich werben. Das architektonisch spektakuläre Gebäude und sein Ruf als fabelhaftes Akustikwunder haben Hamburg binnen kürzester Zeit zu einem Zentrum der deutschen Musikwelt gemacht: Die Elphi ist „the place to be“. Und der Glanz der Philharmonie strahlt selbstredend auch auf die von Philipp Klais erbauten Orgel des Hauses ab.

Die Lettin Iveta Apkalna legt mit „Light & Dark“ die erste Solo-Orgelaufnahme aus der Elbphilharmonie vor. Erklärtes Ziel des Albums ist es, die Extreme des Instruments („Hell und dunkel“, „Kraft und Zärtlichkeit“ usw.) in seinen klanglichen Möglichkeiten bestmöglich abzubilden. Dazu wählte die Titularorganistin der Elbphilharmonie erfreulicherweise nicht die üblichen Orgel-Gassenhauer (sic!) von Bach, sondern modernere Werke von Schostakowitsch, Kalējs, Escaich, Gubaidulina, Janáček, Ligeti und Garūta. Das Programm erweist sich als klug gewählt und zusammengestellt: Es beginnt düster, wird dann introvertiert, dann expressiv, kontrastreich, Pathos-geladen, die Extreme auslotend und zuletzt leise und meditativ. Kein Zweifel: Mit der werbewirksamen Elbphilharmonie wird hier ein anspruchsvolles Programm an eine vermutlich breitere Käuferschicht gebracht. Das Instrument ist dabei der Star. Die gute Klangregie der Aufnahme lässt die Musik nah und gleichzeitig räumlich vernehmen.

So komplex die Musik, so aufwendig ist die Gestaltung der CD-Ausgabe (die Vinyl-Version lag mir leider nicht vor): Das edel gestaltete Digipak kommt mit einem Miniposter mit präzisen Angaben zum Orgelregister und einem 46-seitigen Booklet. Dieses enthält zahlreiche Bilder und ausführliche Informationen zur Musik, zur Künstlerin und zum Instrument.

Fazit: Eine anspruchsvolles und edles Debüt einer beeindruckenden Orgel in exzellenter Akustik mit einer technisch souveränen Solistin.

Trailer zu „Light & Dark“ auf Youtube

Homepage von Iveta Apkalna

Homepage der Elbphilharmonie Hamburg

(Bild: Büro für Künstler)