Autor: Klaus Wenzel

Planeausters „Humboldt Park“

Independent Music aus Ravensburg: Die Herkunft provinziell sein, Musik und Texte sind es nicht. Die Planeausters klingen mal nach der Weite des amerikanischen Westens, mal nach Bob Dylan oder den Waterboys. Sie sind keine billige Kopie, sondern für eine junge Band erstaunlich reif.

Small Time Giants „Stethoscope“

Vier Jungs aus Grönland, die mit ihrem Debut den weiten musikalischen Raum des Indie-Gitarren-Pop betreten und erste eigene Schritte darin wagen. Gefällt gut und setzt stellenweise Akzente jenseits des Bekannten.

New Order „Music Complete“

Aktuelles Lebenszeichen einer legendären New Wave Band. Achtbarer, wenn auch etwas vorhersehbarer und mitunter langweiliger Versuch, aus der eigenen Vergangenheit eine Zukunft zu basteln. Überwiegend gelungener Spagat aus Achtziger-Sounds und Trendfragmenten der letzten zehn Jahre.

Doran, Stucky, Studer, Tacuma „Call me Helium“

Wenn ergraute Rockjazzer auf Hendrix-Klassiker treffen, bleibt ungewiss, wer älter aussieht, das Original oder die teilweise krampfhaft ironisch-verkopft daherkommende Interpretation. Das Quartett bietet einen Parforceritt für Gitarrenfans, streckenweise aber auch die Verkleinerung von Hendrix aufs Brettl-Format. Selten aber kommt das Quartett ins Fliessen und Rollen.

Rosetta „Quintessential Ephemera“

Wie der Satellit gleichen Namens ist die US-Band auf der Suche. Hier jedoch nach neuen Klangwelten jenseits eingefahrener Genre-Zuschreibungen. Manchmal etwas anstrengend, oft stilistisch vielfältig. Kann Indie- und Wacken-Fans gleichermaßen überraschen.

Jack Savoretti „Written in Scars“

Klang Savoretti am Anfang seiner Karriere noch ein wenig wie eine Art Quersumme des romantischen Troubadours, so wirken Stimme und Kompositionen nunmehr erwachsener, eigenständiger, erdverbundener.

Bros. Landreth „Let it Lie“

Americana oder doch eher Canadiana? Egal. Überwiegend gut gemachter Rock, der unüberhörbar von großen US-Amerikanischen Vorbildern geprägt ist.

Feral Kizzy „Slick Little Girl“

Gelungenes Debüt der kalifornischen New-Wave-Truppe. Nostalgisch genug für Freunde des 80er-Sounds, energiegeladen und aktuell für die Später-Geborenen.

Irie Révoltés „Irie Révoltés“

Man möchte so gerne revolutionär, unangepaßt und aufrüttelnd sein. Nicht bloß Musiker, sondern Teil einer Jugendbewegung. Dafür sind die Texte aber zu bieder und bemüht, und die Musik bewegt sich zu sehr in ausgetretenen Pfaden. Einige Momente sind ganz nett, aber dieses Attribut ist bekanntlich kein Kompliment für eine Band, die zur Revolte anstiften will.

Klone „Here Comes The Sun“

Gut gespielter, einfallsreicher, melodischer Rock aus Frankreich mit Anklängen an Metal und Progessive. Manchmal hymnisch und teilweise treibend. Für Freunde härterer Gitarrenklänge mit einem Sinn für Melodien.