Autor: TheNoise

Cristina Branco „Branco“

Die Hälfte dessen, was Cristina Branco wichtig ist, entgeht Hörern, die des Portugiesischen nicht mächtig sind. Die zweite Hälfte begeistert, sodass man sich darüber wundern kann, warum die erste niemandem fehlt. Saudade, klar, aber das kann damit ja nicht gemeint sein.

Dobet Gnahoré „Miziki“

Von Afro-Pop bis Afro-Chanson: Dobet Gnahoré, eine der großen zeitgenössischen Stimmen Afrikas, inszeniert ihre Lieder geschmackvoll und modern mit einem zeitlosen Touch. Ihre Themen sind nach wie vor ein starkes Afrika und die Stärke der (afrikanischen) Frau.

Reverend Beat-Man „Blues Trash“

Ob als One-Man-Show, Monsters-Mitstreiter oder Label-Chef: Die höheren Weihen der Underground-Trash-Kaste hat Beat Zeller alias Reverend Beat-Man schon längst. Jetzt hat er sich mit ‚edleren‘ Musikern zusammengetan. Das klingt gut wie immer – aber auch nicht besser.

Shirin Neshat „Auf der Suche nach Oum Kulthum“

Heute ergründet man historische Figuren nicht mehr über ein geradlinig erzähltes Biopic, sondern bettet ihren Werdegang in eine andere Story ein. Wie Mathieu Almaric in „Barbara“ hat sich auch Shirin Neshat für eine Spurensuche entschieden. Doch im Film der iranischen Künstlerin und Filmemacherin ist allenfalls die Musik ein Grund für Begeisterung – und diese ist durch den Rest des Films ein schwer verdientes Amüsement.

Nigel Kennedy „Kennedy Meets Gershwin“

Jazz ist dem Geiger Nigel Kennedy, der auf diesem Album auch Viola, Klavier, Hammond-Orgel und Cembalo spielt, schon seit vielen Jahren vertraut. Auch diese Anverwandlung gereicht ihm zu Ehren.

Yonatan Gat „Universalists“

In seiner Heimat Israel war er zu wild. Daher zog Yonathan Gat nach New York. Dort passt er mit seiner an Noise und No Wave erinnernden Musik gut hin.

Barcelona Gipsy Balkan Orchestra „Avo Kanto“

Schwermütige Melodien und tanzbare Rhythmen zwischen Gipsy, Balkan und Klezmer: das spanische Septett mit internationaler Zusammensetzung arrangiert überlieferte Lieder ruhig, zurückhaltend und doch lebendig.

Naked in English Class „Selfing“

Cover, Cover, Cover, come back to me: der dritte Streich von Olifr M.Guz und Taranja Wu. Das Duo interpretiert eine Auswahl an gut und weniger gut bekannten Stücken der jüngeren Populärmusik – unbekümmert und roh.

Mehmet Polat Trio „Ask your heart“

Der helle Klang der Kora ist der Boden, auf dem sich die warmen und weichen Töne von Oud und Ney entfalten können. Die Kompositionen des in den Niederlanden lebenden türkischen Oud-Spielers Mehmet Polat sind von wohltuend kontemplativer Gleichförmigkeit. Dass der Bandleader erstmals bei zwei Stücken singt, ist eine willkommene Bereicherung.