Kategorie: Neu erschienen

Schönholzer & Rüdisüli „Sozialplan“

Markus Schönholzer würde auch einen guten Kabarettisten abgeben. Dass er in der Zeit der Comedy einen schweren Stand hätte, muss ihm keine Sorge machen. Denn er macht auch vorzüglich verschmitzte Musik und hat dafür mit dem Akkordeonisten Robi Rüdisüli den richtigen Partner gefunden.

Erika Stucky „Papito“

Eine neue Grenzüberschreitung der Schweizer Jazzmusikerin mit dem untrüglichen Gespür für besondere Konstellationen – einfühlsam und sanft verstörend.

Sternlumen „Norrebro Nights“

Ein Mann und sein Klavier. Musik, die geeignet ist, dem hektischen Großstadtrhytmus zu entfliehen. Klaviermusik der Romantik, Jazz und neue Töne fügen sich zu einem ganz eigenen Klangkosmos.

Random Willson & Brokof „Brother Equal“

Erstes Werk der Zusammenarbeit des amerikaischen Sängers Greg Northrop mit der Berliner Band Brokof. Pendelt zwischen handgemachten, nostalgischen Sounds und Kommentaren zum Zustand der Welt sowie autobiographischen Erfahrungen. Der Zustand der Welt ist eher schlecht, die Musik ganz gut, aber Northrops Stimme sicher nicht unverwechselbar. Die selbst verfaßten Texte setzen dem grassierenden Zynismus eine sympathische, humane Haltung entgegen, freilich, ohne missionieren zu wollen.

Bünger „Nie zu spät für eine glückliche Kindheit“

Gut abgehagener Bluesrock-Sound trifft auf lakonischen Humor aus dem hohen Norden, aufgelockert mit dem Cover eines Neue Deutsche Welle-Klassikers und einer Prise deutschen Chansons. Bünger vermag durchaus zu unterhalten, auch wenn man sein Album „Nie zu spät für eine glückliche Kindheit“ nicht täglich hören möchte.

The Klezmatics, 12.8.2017, Freudenhaus, Lustenau (A)

Um Lieder aus aller Welt zu bringen, brauchen die Klezmatics nur aus ihrer eigenen Kultur zu schöpfen. Vor 31 Jahren haben sie damit begonnen, die jüdische Tradition mit Elementen aus Jazz und Pop zu aktualisieren – ihre leichte, aber üppig gewürzte Kost schmeckt auch heute noch.

Diagrams „Dorothy“

Wunderbar entrückte und versponnene akustische Betrachtungen über das Leben, die Jahreszeiten und die Wissenschaft. Nachdenkliche Texte und Musik mit Folk als Basis und unaufdringlichen elektronischen Effekten. Dazu sparsame orchestrale Arrangements und Unterstützung etlicher Musiker.

Dreamcar „Dreamcar“

Dreiviertel von No Doubt und ein neuer Sänger ergeben einen ziemlich frisch und gut aufbereiteten Sound wie aus der britischen New-Wave, Abteilung Top Forty à la ABC, Culture Club oder Duran Duran. Die selbst komponierten Songs und Texte von Dreamcar halten sich überwiegend und unterhaltsam an deren Klangspektrum, das behutsam aufpoliert wurde. Beim nächsten Mal sollten Dreamcar vielleicht mehr eigene Akzente setzten.

Tim Vantol „Burning Desires“

Songs über das Leben, die Liebe, das rastlose Umherschweifen und das Nachhausekommen – wohlbekannte Sujets also. Musikalisch bleibt der Niederländer ebenfalls in bekannten Fahrwassern amerikanischer und britischer Singer/Songwriter. Tim Vantol will das Rad nicht neu erfinden, sondern eigene Wege damit erkunden. Das ist unterhaltsam und gut gemacht.