Schlagwort: Chanson

Mick Harvey Delirium Tremens

Mick Harvey, der australische Gitarrist und Sänger, mag die Musik Serge Gainsbourghs. Das zeigt er nunmehr zum dritten Mal seit 1985. Die Songs hat er eigenhändig und mit viel Akribie ins Englische übersetzt. Musikalisch changiert er zwischen beinahe ehrfürchtiger Werktreue und Ausflügen in die eigene Vergangenheit als Krachmacher bei den „Bad Seeds“. Insgesamt hält er sich jedoch dicht an die Originale.

Femme Schmidt „Raw“

Überproduzierter Girlpop aus ‚good old Germany‘. Femme Schmidt hat eine gute Stimme, die jedoch untergeht, weil sie zu sehr nach dem internationalen Erfolg schielt.

Stephanie Nilles „Murder Ballads“

Schauerliche Moritaten von Mördern, Waffennarren, eifersüchtigen Liebhabern und deren Opfern. Eigene Songs mit aktuellen Reverenzen und Cover-Versionen zum Thema von Jelly Roll Morton oder Blind Willy McTell. Das alles würzt Stephanie Nilles mit einer starken Prise schwarzen Humors.

Planeausters „Humboldt Park“

Independent Music aus Ravensburg: Die Herkunft provinziell sein, Musik und Texte sind es nicht. Die Planeausters klingen mal nach der Weite des amerikanischen Westens, mal nach Bob Dylan oder den Waterboys. Sie sind keine billige Kopie, sondern für eine junge Band erstaunlich reif.

Erfolg „“Erfolg““

Ironische Moritaten und Miniaturen über Berliner Szene-Existenzen und Menschen, die im Fernsehen wohnen sowie Lieder über dies und das unter Zuhilfenahme eines Damenchores.

Bryan Ferry „Avonmore“

Nach seinen augenzwinkernden Ausflügen mit Roxy-Music-Klassikern in die Roaring Twenties git es diesmal wieder solide Kost vom Altmeister. Er bietet nichts Neues, nichts Überraschendes und nichts Innovatives – also genau das Richtige für Rock-Fans jenseits der Fünfziger.

Thea Hjelmeland „Oh, the Third..“

Leicht angeschrägtes Debüt einer jungen norwegischen Sängerin und Multi-Instrumentalistin. Von Kate Bush-Einflüssen über Chanson hin zu Björk-artigen Klängen.