Schlagwort: Folk

Nick and June „My November My“

Verträumt-verspieltes, zweites Album des Nürnberger Quartetts. Der Schwerpunkt liegt auf gepflegter Melancholie und Tagträumerei, die im sanft bis gelegentlich ungestühmen Duett ausgelebt werden. Irgendwo zwischen kauzigem amerikanischem Indie-Folk, leicht spinnertem britischen Singer-Songwritertum und Nürnberger Neo-Psychedelia. Braucht ein wenig Zeit bis zur vollen Entfaltung.

Jack Savoretti „Sleep No More“

Weiter mit bewährter Formel auf der Erfolgsstrasse. Mädchenschwarm Savoretti gibt dem Publikum, was es will. Leider vermeidet er dabei überwiegend das Risiko, aus dem goldenen Käfig seiner Produzenten auszubrechen. Daber hat der Mann Stimme und Songideen und ein Faible für Folk-Rock. Doch aktuell dominieren Softrock und Pop – auch nicht schlecht, aber beim nächsten Mal wieder mehr Variation, bitte.

Jochen Distelmeyer „Songs from the Bottom Vol. 1“

Coveralbum des ehemaligen Blumfeld-Vordenkers. Wirkt, als ob er seine Plattensammlung durchgehört hätte und einige Lieblingssongs für sich und seine Hörer spielen wollte. Teils erstaunlich, wenn aus einem Dancefloor-Titel fast ein Ambient-Song wird; teils verzichtbar.

Jonathan Jeremiah „Oh Desire“

Bisweilen sehr nach den sechziger und frühen Siebzigern klingendes Album, das aber dennoch zu fesseln vermag. Gute Stimme, gute Band, guter Sound, aber nicht jeder Song bleibt im Gedächtnis haften.

Sufjan Stevens „Carrie & Lowell“

Betörend, stellenweise berührend und autobiographisch ist Sufjan Stevens‘ neues Werk. Musikalisch variiert „Carrie & Lowell“ zwischen Folk, Harmoniegesang und Arrangements, die eine Art abgespeckte Variante von Phil Spectors ‚Wall of Sound‘ darstellen sowie Anklängen an Ambient- oder Electro-Sounds.

Martin Stephenson und John Steel, 19. März 2015, Music Star, Norderstedt

Was für ein Abend voller Anekdoten, Erzählungen, launiger Geschichten – und vor allem voller guter Musik! Martin Stephenson und sein Mitstreiter aus alten Tagen, John Steel, zaubern an einem kalten Donnerstagabend im März bereits mit dem ersten Song Rhythmus in…

Lily and Madeleine „Fumes“

Netter Folk-Pop ohne allzu viel Tiefgang. Toller Harmoniegesang. Paßt gut zur Tasse Tee an Herbstnachmittagen. Kein „Teenagewasteland“, sondern gepflegte Melancholie mit ein bißchen Eifer, ohne Zorn.

Yellow Teeth „Night Birds“

Folk Songs and Hard Working Blues. Americana aus dem Wallis von einem jungen Typen, der aussieht, als habe er den John-Fogerty-Lookalike-Wettbewerb gewonnen. Einfach und gut oder einfach gut. Anhören und ins Träumen kommen.