Schlagwort: Pop

Jack Savoretti „Sleep No More“

Weiter mit bewährter Formel auf der Erfolgsstrasse. Mädchenschwarm Savoretti gibt dem Publikum, was es will. Leider vermeidet er dabei überwiegend das Risiko, aus dem goldenen Käfig seiner Produzenten auszubrechen. Daber hat der Mann Stimme und Songideen und ein Faible für Folk-Rock. Doch aktuell dominieren Softrock und Pop – auch nicht schlecht, aber beim nächsten Mal wieder mehr Variation, bitte.

Hamilton Leithauser + Rostam „I had a dream that you were mine“

That’s Entertainment. Hamilton Leithauser zieht als Sänger etliche Register, Rostam Bantaglij als Sidekick gibt den Sound-Tüftler. Da wird geschmachtet als Crooner, Doo-Wop-mäßig das Tempo angezogen und gleichzeitig der Vergangenheit gedacht, dem goldenen Zeitalter amerikanischen Pop von den Fünfzigern bis in die Achtzigerjahre.

Milow „Modern Heart“

Milow versucht mit seinem fünften Album eine vorsichtige Modernisierung seiner Musik, ohne sich von seinen Markenzeichen – Gesang und aktustische Gitarre – zu verabschieden. Das gelingt ganz gut, weil die prominenten Produzenten ihre angesagten Sounds und Stilmittel unaufdringlich im Hintergrund lassen und Milow so seine bekannten Qualitäten ausspielen kann.

Ashia Bison Rouge „Oder“

Die Liedermacherin mit dem Cello hat ihre Begleitgruppe gegen Loopstation und Effektgeräte ausgetauscht – und ein tolles Album eingespielt.

Femme Schmidt „Raw“

Überproduzierter Girlpop aus ‚good old Germany‘. Femme Schmidt hat eine gute Stimme, die jedoch untergeht, weil sie zu sehr nach dem internationalen Erfolg schielt.

Jack Savoretti „Written in Scars“

Klang Savoretti am Anfang seiner Karriere noch ein wenig wie eine Art Quersumme des romantischen Troubadours, so wirken Stimme und Kompositionen nunmehr erwachsener, eigenständiger, erdverbundener.

Irie Révoltés „Irie Révoltés“

Man möchte so gerne revolutionär, unangepaßt und aufrüttelnd sein. Nicht bloß Musiker, sondern Teil einer Jugendbewegung. Dafür sind die Texte aber zu bieder und bemüht, und die Musik bewegt sich zu sehr in ausgetretenen Pfaden. Einige Momente sind ganz nett, aber dieses Attribut ist bekanntlich kein Kompliment für eine Band, die zur Revolte anstiften will.

Jonathan Jeremiah „Oh Desire“

Bisweilen sehr nach den sechziger und frühen Siebzigern klingendes Album, das aber dennoch zu fesseln vermag. Gute Stimme, gute Band, guter Sound, aber nicht jeder Song bleibt im Gedächtnis haften.

Erfolg „“Erfolg““

Ironische Moritaten und Miniaturen über Berliner Szene-Existenzen und Menschen, die im Fernsehen wohnen sowie Lieder über dies und das unter Zuhilfenahme eines Damenchores.