Schlagwort: Indie-Pop

Theodor Shitstorm „Sie werden dich lieben“

Finden sie ihn tatsächlich so gut oder haben sie bewusst nach einem Bandnamen gesucht, an dem sich die Geister scheiden? Oder war die Namenswahl ein Schnellschuss, in dessen Geist angeblich auch die Stücke entstanden? Die Songs sind jedenfalls besser als der Bandname vermuten lässt.

Bünger „Nie zu spät für eine glückliche Kindheit“

Gut abgehagener Bluesrock-Sound trifft auf lakonischen Humor aus dem hohen Norden, aufgelockert mit dem Cover eines Neue Deutsche Welle-Klassikers und einer Prise deutschen Chansons. Bünger vermag durchaus zu unterhalten, auch wenn man sein Album „Nie zu spät für eine glückliche Kindheit“ nicht täglich hören möchte.

Nick and June „My November My“

Verträumt-verspieltes, zweites Album des Nürnberger Quartetts. Der Schwerpunkt liegt auf gepflegter Melancholie und Tagträumerei, die im sanft bis gelegentlich ungestühmen Duett ausgelebt werden. Irgendwo zwischen kauzigem amerikanischem Indie-Folk, leicht spinnertem britischen Singer-Songwritertum und Nürnberger Neo-Psychedelia. Braucht ein wenig Zeit bis zur vollen Entfaltung.

Garish, 18.03.2017, Spielboden, Dornbirn (A)

Die neuen Lieder von Garish wirken schon beinahe so vertraut wie die alten und der Auftritt so, als ob das Quartett nur kurz weg gewesen wäre. Garish haben keine Mühe, an die letzte Begegnung anzuknüpfen – ein Déjà-vu, im Guten und im weniger Begeisternden.

Jenn Grant „Paradise“

Eine von der kanadischen Sängerin handwerklich gut gemachte Pop-Platte mit ganz leichtem Singer-Songwriter-Einschlag. Plätschert angenehm in die Gehörgänge, lässt aber doch ein wenig den eigenen Zungenschlag vermissen. Sowohl für regnerische Nachmittage als auch abends zum Tee geeignet.

Various „Mach’s besser: 25 Jahre Die Sterne“

*Chance vergeben* Wie keine eine andere Band vor ihnen haben Die Sterne sperrige Texte mit geschmeidiger Musik kombiniert. Sie sind beim Vermitteln ihrer Botschaften ohne Parolen ausgekommen und trotz Wandlungen über all die Jahre unverwechselbar geblieben. Zweifellos: Die Hamburger haben…

Hamilton Leithauser + Rostam „I had a dream that you were mine“

That’s Entertainment. Hamilton Leithauser zieht als Sänger etliche Register, Rostam Bantaglij als Sidekick gibt den Sound-Tüftler. Da wird geschmachtet als Crooner, Doo-Wop-mäßig das Tempo angezogen und gleichzeitig der Vergangenheit gedacht, dem goldenen Zeitalter amerikanischen Pop von den Fünfzigern bis in die Achtzigerjahre.

Kristoffer and the Harbour Heads „EX/EX“

Schwedischer Mix aus Indie-Pop, Anleihen beim klassischen Rock der Sechziger und frühen Siebziger, vermengt mit elektronischen Helferlein. Charmantas Trio, bei einigen Titeln wie der Single „When you say stay“ durchaus mit ernsthaftem Hintergrund, aber ohne Zeigefinger.