Schlagwort: Indie-Pop

Dinosaur Jr. „Give a Glimpse of What Yer Not“

Dinosaur Jr. spielen – mit langen Unterbrechungen – seit Jahrzehnten die gleiche Musik: amerikanischer Indie-Rock aus der Prä-Grunge-Ära. Trends oder neue Klänge bleiben hier aussen vor. Das mag dem einen gefallen, den anderen erschrecken, weil es natürlich auch statisch und entwicklungslos ist. Lässt man sich jedoch auf die Prämisse „keine Experimente“ ein, bekommt der Hörer solide Kost.

Jochen Distelmeyer „Songs from the Bottom Vol. 1“

Coveralbum des ehemaligen Blumfeld-Vordenkers. Wirkt, als ob er seine Plattensammlung durchgehört hätte und einige Lieblingssongs für sich und seine Hörer spielen wollte. Teils erstaunlich, wenn aus einem Dancefloor-Titel fast ein Ambient-Song wird; teils verzichtbar.

Swaying Wires „I Left a House Burning“

Klare Jungmädchenstimme trifft auf folkige, bisweilen psychedelische Klänge. Bekannte Mischung, aber gekonnt angerichtet. Macht Appetit auf mehr und vermag bis zum Frühjahr mit wohligen Klängen zu wärmen.

Planeausters „Humboldt Park“

Independent Music aus Ravensburg: Die Herkunft provinziell sein, Musik und Texte sind es nicht. Die Planeausters klingen mal nach der Weite des amerikanischen Westens, mal nach Bob Dylan oder den Waterboys. Sie sind keine billige Kopie, sondern für eine junge Band erstaunlich reif.

Small Time Giants „Stethoscope“

Vier Jungs aus Grönland, die mit ihrem Debut den weiten musikalischen Raum des Indie-Gitarren-Pop betreten und erste eigene Schritte darin wagen. Gefällt gut und setzt stellenweise Akzente jenseits des Bekannten.

Sufjan Stevens „Carrie & Lowell“

Betörend, stellenweise berührend und autobiographisch ist Sufjan Stevens‘ neues Werk. Musikalisch variiert „Carrie & Lowell“ zwischen Folk, Harmoniegesang und Arrangements, die eine Art abgespeckte Variante von Phil Spectors ‚Wall of Sound‘ darstellen sowie Anklängen an Ambient- oder Electro-Sounds.

Fink (UK) „Hard Believer“

Elektronisch aufgepeppter Blues mit schleppendem Gesang. Dancefloor und Triphop-Nachlass treffen auf den unsterblichen Folkblues. Stellenweise beliebig, mitunter reizvoll, aber es fehlen mehr überzeugende Songs.

R.E.M. „Unplugged 1991/2001 – The Complete Sessions“

Spät, aber nicht zu spät erscheinen zwei legendäre (Semi-) Akustik-Konzerte von R.E.M., darunter Titel, die MTV ursprünglich aus der Übertragung herausgeschnitten hatte. Gut gelaunt, inspiriert und jenseits allen Superstar-Gehabes musiziert die Vorzeige-Band des Alternative Rock.