Kategorie: Neu erschienen

Dinosaur Jr. „Give a Glimpse of What Yer Not“

Dinosaur Jr. spielen – mit langen Unterbrechungen – seit Jahrzehnten die gleiche Musik: amerikanischer Indie-Rock aus der Prä-Grunge-Ära. Trends oder neue Klänge bleiben hier aussen vor. Das mag dem einen gefallen, den anderen erschrecken, weil es natürlich auch statisch und entwicklungslos ist. Lässt man sich jedoch auf die Prämisse „keine Experimente“ ein, bekommt der Hörer solide Kost.

Aaron Neville „Apache“

Solides Alterswerk des 75-jährigen Ausnahme-Sängers Aaron Neville. Er reizt in Zusammenarbeit mit versierten Profis sein ganzes musikalisches Spektrum zwischen samtigen Soul-Balladen, Funk, R’n’B aus und verleiht auch schwächeren Titeln durch seine tolle Stimme und eigene Texte, die er engagiert vorträgt, Glanz. 56 Jahre im Dienste des amerikanischen Show-Biz und „still going strong“. Wer kann das sonst von sich behaupten. Guter Mann, gutes Album

Mick Harvey Delirium Tremens

Mick Harvey, der australische Gitarrist und Sänger, mag die Musik Serge Gainsbourghs. Das zeigt er nunmehr zum dritten Mal seit 1985. Die Songs hat er eigenhändig und mit viel Akribie ins Englische übersetzt. Musikalisch changiert er zwischen beinahe ehrfürchtiger Werktreue und Ausflügen in die eigene Vergangenheit als Krachmacher bei den „Bad Seeds“. Insgesamt hält er sich jedoch dicht an die Originale.

Danças Ocultas & Dom La Nena, 16.06.2016, Freudenhaus, Lustenau (A)

Gegensätze ziehen sich an, sagt ein Sprichwort – aber müssen sie das auch öffentlich zeigen? Dass das portugiesische Akkordeon-Quartett Danças Ocultas andere Klangfarben integrieren möchte, ist verständlich und gut. Das Konzert zeigt jedoch, dass auch gute Ideen ziemlich frustrierend enden können.

Graham Candy „Plan A“

Stilistische Vielfalt oder Zutaten, die nicht zusammen passen? Graham Candy hat zwar eine markante Stimme, aber seine Songs klingen, wie eine wilde Mischung aus Euro-Pop, Singer-Songwriter-Versuchen, gefühlvollem Soulpop und Euro-Disco. Darüber zuviel Dressing aus Geigenbombast und einem 30-köpfigen Background-Chor. Die Kompositionen sind bisweilen nur durchschnittlich, und die Persönlichkeit des Sängers muss noch wachsen.

Savina Yannatou, 13.5.2016, Freudenhaus, Lustenau (A)

Die griechische Sängerin verfolgt mit ihren aktuellen Auftritten mehr als ein großartiges musikalisches Programm: Mit exquisit interpretierten überlieferten Liedern plädiert sie gleichzeitig für offene Begegnungen und ein wertschätzendes Miteinander.

Milow „Modern Heart“

Milow versucht mit seinem fünften Album eine vorsichtige Modernisierung seiner Musik, ohne sich von seinen Markenzeichen – Gesang und aktustische Gitarre – zu verabschieden. Das gelingt ganz gut, weil die prominenten Produzenten ihre angesagten Sounds und Stilmittel unaufdringlich im Hintergrund lassen und Milow so seine bekannten Qualitäten ausspielen kann.

Teho Teardo & Blixa Bargeld „Nerissimo“

Aus der Klassik entlehnte Instrumentierung, literarische Anspielungen – Blixa Bargeld und Teho Teardo haben ein finsteres Album geschaffen.